Seniorenkreis Appenheim

Es ist der 26. Februar 2020. Im ev. Gemeindehaus haben sich 10 Seniorinnen und das Seniorenkreisteam (Gisela Schmitt, Sigrid Pitzer, Hanni Hoch-Kraft) zu einem gemeinsamen Nachmittag getroffen. Es ist Aschermittwoch – was liegt näher, als diesen Tag zum Thema zu machen. Die katholischen Teilnehmerinnen erzählen von dessen Bedeutung, vom Aschenkreuz, vom Fasten. Sigrid und Hanni berichten, dass es in der evangelischen Kirche seit vielen Jahren eine Fastenaktion unter einem bestimmten Thema gibt. Das diesjährige Motto lautet „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus.“  Wir überlegen gemeinsam, was uns Angst macht (Krankheiten, die Politik, der Klimawandel, … )  und was uns trotzdem zuversichtlich stimmen kann (Freunde, die Familie, unser Wohlstand …). Sieben Wochen sollen Angst und Sorgen aus den Gedanken verbannt werden, keine leichte Aufgabe. Hilfestellung dazu soll ein Fastenkalender als Begleiter durch die Wochen bieten.

Dass dieses Treffen für lange Zeit das letzte sein sollte, ahnte an diesem Nachmittag keiner, denn knapp drei Wochen später wurde in Deutschland das öffentliche Leben nahezu lahm gelegt – Grund dafür war ein neuartiges Virus mit dem Namen Covid 19. Unser aller Leben veränderte sich auf einen Schlag. Statt Betriebsamkeit, Termine, Besuche, Ausflüge, Veranstaltungen, Gottesdienst war nun angesagt „Wir bleiben zu Hause.“  Und so fielen alle unsere weiteren Treffen in diesem Jahr aus, denn dass man die ältere Generation besonders schützen muss, hatte man nach zahlreichen oft sehr schwer verlaufenden  Ausbrüchen der Krankheit in Seniorenheimen bald herausgefunden.

Noch einmal zurück zur Fastenaktion  „Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus.“ Hinter uns liegen nun mehr als sieben Monate, die viel Entbehrung von uns abverlangt haben. Vor allem das fehlende gesellschaftliche Leben macht viele mutlos und einsam. Um die nächsten sicher nicht einfacher werdenden sieben Monate zu überstehen, tut man gut daran, sich – wie wir es im Seniorenkreis getan haben – zu überlegen, was uns Mut machen und Zuversicht geben kann: das regelmäßige Telefongespräch mit der Tochter, dem Sohn, den Enkelkindern, der Freundin, das Schwätzchen am Gartenzaun (natürlich mit Abstand), der Spaziergang durch die Straße oder zum Friedhof, die herbstlichen Weinberge, die Arbeit im Garten, ein schönes Buch oder eine lieb gewordene Fernsehsendung.

Mir fällt an dieser Stelle ein Spruch des italienischen Priesters Giovanni Bosco ein, der in diesen schweren Zeiten Wegweiser sein könnte:

Halte dich an Gott. Mach es wie der Vogel, der nicht aufhört zu singen, auch wenn der Ast bricht. Denn er weiß, dass er Flügel hat.

Mit diesem Vertrauen auf Gott und auf das eigene Können, den eigenen Mut und Verstand werden wir hoffentlich die vor uns liegenden Monate der Coronapandemie gut überstehen.

Passen Sie auf sich auf und bleiben Sie gesund.

Im Namen des Seniorenkreisteams Hanni Hoch-Kraft

Mit Rhythmus in die Konfirmandenzeit

Konfi-Adventure: Zweitägiger Abenteuerparcours bringt unter dem Motto „Rhythm is it!“ Konfirmandengruppen aus dem gesamten Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim zusammen

Gemeinsame Erlebnisse in der Gruppe, Geschicklichkeit, Köpfchen und Mut: Unter dem Motto „Rhythm is it“ folgte Mitte September das zweitägige Konfi-Adventure im kleinen Waldstück rund um die Oppenheimer Landskronruine einem ganz eigenen Rhythmus und bot so einige Überraschungen für die rund 20 teilnehmenden Konfirmandengruppen aus dem gesamten Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim – natürlich mit Abstand, Mund-Nasen-Schutz und Hygienekonzept. Ausgerüstet mit einer Quizmappe, einem rohen Ei und einer Packschnur ging es nach einem gemeinsamen Gottesdienst auf der Wiese unterhalb der Landskrone an die erste von elf Stationen – Start des 16. Konfi-Adventures!



Bianca Leone / Öffentlichkeitsarbeit

 „Ihr müsst links nach unten ziehen, nach unten!“ ruft ein 14-Jähriger an der Station „Turmbau“ seinem Team zu. „Und jetzt alle wieder die Seile spannen und langsam nach oben bewegen“, dirigiert er die Gruppe weiter. Die achtköpfige Konfirmandengruppe steht um eine rote Box, darauf sind bereits mittig drei Holzblöcke, alle rund 15 cm hoch, aufeinander gebaut. Jeder der Jugendlichen hat – ausgerüstet mit Mund-Nasen-Schutz und Handschuhen – ein rund zwei Meter langes Seil in der Hand, alle Seile laufen am anderen Ende zu einer runden Holzplatte zusammen, gut mit je einem Knoten befestigt. Unterhalb der Holzplatte ist ein dreieckiges Drahtgestell angebracht, damit sollen nach und nach insgesamt zehn Holzblöcke zunächst einzeln hochgezogen und anschließend aufeinandergestapelt werden, eine wackelige Angelegenheit. Dabei sind klare Absprachen, Konzentration aber auch gleichzeitiges Agieren wichtig. „Geschafft!“ ruft kurze Zeit später eine 13-Jährige, die Anspannung weicht. „Die nächsten fünf Blöcke packen wir auch noch!“ Doch schon ertönt das Wechselsignal, eine laute Warnhupe, ausgelöst von Dekanatsjugendreferent Wilfried Rumpf – auf zur nächsten Station. Gemeinsam mit Jürgen Salewski, Leiter des Oppenheimer Jugendhauses und Fachübungsleiter Klettern (DAV), leitet Rumpf federführend die zweitägige Veranstaltung. Nach knapp 15 Minuten sind immerhin acht von zehn Blöcken zu einem Turm gestapelt, die Gruppe ist zufrieden, denn Punkte gibt es nicht nur für den kompletten Turmbau, sondern auch für gutes Miteinander – bei besonders vielen sogenannten Sozialpunkten winkt der Gruppe dann auch der Fairnesspokal.

Der „Turmbau“ ist eine von elf Abenteuerstationen des Konfi-Adventures – ein erlebnispädagogischer Erlebnisparcours für Konfirmandengruppen aus dem Dekanat Ingelheim-Oppenheim. An zehn weiteren Stationen, unter anderem Bogenschießen, das „laufende A“, „Gummihuhngolf“, eine Regenrinnenstaffel, „Hajos Mondfahrt“ und an der beliebten Hochsteilstation „Schluchtüberquerung“ hieß es, Gemeinschaft zu erleben, Vertrauen in der Gruppe aufzubauen und ein Wir-Gefühl zu entwickeln. Ein wichtiger Start in die gemeinsame Konfirmandenzeit. Zwischen den Stationen war zudem bei einer QR-Code-Rallye mit über 45 Fragen zu den Themen Natur, Lebenswelt und Kirche das Wissen der Konfirmanden gefragt.

Gemeinschaft (er-)leben im Rhythmus zu sich, zu anderen und zu Gott


Bianca Leone / Öffentlichkeitsarbeit

Bevor es jedoch losging, startete das Konfi-Adventure mit einem gemeinsamen Gottesdienst auf der Wiese unterhalb der Landskronruine, abwechselnd gestaltet von Pfarrerin Julia Freund (Nieder-Olm), Pfarrerin Tanja Brinkhaus-Bauer (Bingen), Pfarrer Johannes Hoffmann (Guntersblum), Gemeindepädagogin Margarete Ruppert und Dekanatskantor Giuliano Mameli an der Orgel. Auch Dekan Olliver Zobel hatte es sich nicht nehmen lassen, die Jugendlichen zu begrüßen: „Ich wünsche euch eine tolle Zeit, um als Konfi-Gruppe zu wachsen und zu erleben, was ihr gemeinsam auf die Beine stellen könnt – viel Spaß und bleibt gesund!“

Der Gottesdienst thematisierte den Rhythmus des Lebens, als eine Orientierung im Alltag, mit Zeiten der An- aber auch der Entspannung. Auch in der Schöpfungsgeschichte, in Teilen vorgelesen von zwei Konfirmandinnen aus Nieder-Olm, geht es um einen Rhythmus – wenn von Gott berichtet wird, der die Welt in sechs Tagen erschuf und am siebten Tag ruhte. „Erst, wenn wir uns an einen groben Rhythmus im Leben halten“, so Pfarrer Hoffmann, „wenn wir ein Tages-Schema annehmen und daran unser Leben orientieren, dann wird unser Leben gut, dann wird Gemeinschaft möglich, dann gilt für alle: The Rhythm is it!“

„Auf einen Trommelschlag muss Stille folgen“

 „Ich höre euch nicht“, motivierte Gemeindepädagogin Ruppert die Jugendlichen, die mit ihrer Gitarre musikalisch den Gottesdienst begleitete und gemeinsam mit Wilfried Rumpf den Tag moderierte, „klatscht alle mit!“ Da coronabedingt auf ein gemeinsames Singen verzichtet werden musste, ging das Orga-Team neue Wege der Beteiligung: Ob beim rhythmischen Trommeln auf der Cajon oder beim Cup-Song, präsentiert von drei Jugendlichen. „Auf einen Trommelschlag muss Stille folgen“, betont Pfarrer Hoffmann, „mal lang, mal kurz, so entsteht ein Rhythmus.“ Oder beim Beschriften von Holzblüten und Steinen, mit schönen Erlebnissen aber auch Gedanken, die belasten, um sie vor Gott abzulegen, symbolisch an der Steinmauer der Landskronruine.

Nach rund vier Stunden konnten unter großem Jubel die Konfi-Gruppen aus Harxheim – Gau-Bischofsheim und die Gruppe der Johanneskirchengemeinde in Bingen auf das Siegertreppchen steigen. Mit strahlenden Gesichtern nahmen die Konfi-Gruppen „Bodenheim-Nackenheim 2“ und „Nierstein 2“ den Fairnesspokal entgegen.

Ach ja… die Überraschungen! Nun, wenn coronabedingt statt gemeinsam zu singen im Gottesdienst gemeinsam geklatscht werden darf, wenn beim „Eiermaschinenrettungswettbewerb“ fast alle Eier einem freien Fall aus knapp vier Metern Höhe überstehen und wenn während des Gottesdienstes das Handy von Pfarrer Johannes Hoffmann als Leiter der Notfallseelsorge Rheinhessen auch mal läuten darf, dann folgt das Konfi-Adventure einem ganz eigenen Rhythmus – bei den Jugendlichen selbst, in Kontakt zu anderen und zu Gott.

Hintergrund Konfi-Adventure

Federführend geplant und organisiert wird der erlebnispädagogische Abenteuerparcours rund um die Oppenheimer Landskronruine von Wilfried Rumpf, Dekanatsjugendreferent im Evangelischen Dekanat Ingelheim-Oppenheim und Jugendhausleiter Jürgen Salewski mit dem Team des Jugendhauses – im Jahr 2020 zum 16. Mal. Unterstützt werden die Veranstalter vom Team der Evangelischen Jugend sowie zahlreichen Ehrenamtlichen des Dekanats und der Kirchengemeinden, ohne die das Konfi-Adventure nicht möglich wäre. Ein Dank gilt darüber hinaus der Stadt Oppenheim für die Nutzung des Geländes rund um die Landskrone.

Text: Bianca Leone / Öffentlichkeitsarbeit

Kreative Tage

In den Herbstferien soll es wieder Kreative Tage geben. Hier die wichtigste Vorinformation: es wird in der ersten Ferienwoche von Montag, den 12. Oktober bis Mittwoch, den 14. Oktober, voraussichtlich jeweils von 10 bis 13 Uhr in Engelstadt am Georg-Zimmer-Haus stattfinden. Es wird um Glas – Farbe – Licht gehen. Merkt Euch den Termin vor, meldet Euch gerne schon einmal an. Nähere Informationen folgen dann so bald wie möglich.

Gemeindepädagogin Margarete Ruppert

Sammlung von Kleiderspenden aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt

leider wird die Sammlung von Kleiderspenden der Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie (NRD)aus wirtschaftlichen Gründen zum 31. August 2020 eingestellt.

In den letzten Jahren hat sich die wirtschaftliche Lage in diesem Bereich stetig verschlechtert, und es gestaltete sich für die NRD zunehmend schwierig, die Sachspenden-Sammlungen kostendeckend zu betreiben. Mit dem Aufkommen der Corona-Krise wurde diese negative Entwicklung nun immens beschleunigt. Aufgrund der Ausgangsbeschränkungen haben viele Menschen die Zeit zuhause zum Aussortieren genutzt, wodurch das Sammelvolumen in den letzten Monaten deutlich angestiegen ist. Gleichzeitig sind jedoch die Absatzmärkte für sortierte Altkleider nahezu komplett eingebrochen. Es ist aktuell unklar, wie sich der Altkleidermarkt künftig entwickeln wird, fest steht aber: Die weltweit agierende Branche wird noch über dieses Jahr hinaus mit der schlechten wirtschaftlichen Lage zu kämpfen haben.

Hendrik Eggers, Leiter Sachspende, Stiftung Nieder-Ramstädter Diakonie